Feuerwehr Wasserburg
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  #1  
Alt 10.09.2007, 17:28
Hangl Stephan Hangl Stephan ist offline
Kreisbrandmeister Lkr Ro und Gerätewart - FF Wasserburg am Inn
 
Registriert seit: 01.09.2007
Beiträge: 188
Feuerwehrmuseum aus 150 Jahre Feuerwehrgeschichte

Sehr geehrte Besucher von www.feuerwehr-wasserburg.de, unser Feuerwehrmuseum ist geschlossen!

Für Führungen durch das Feuerwehrhaus, bzw. des Museums, bitten wir um eine vorherige Anfrage über unser Kontaktformular auf der Startseite!

Vielen Dank für Ihr Verständnis
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Das eigentliche Feuerwehr-Museum der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Wasserburg am Inn ist in einem Raum im 1. OG des Feuerwehrhauses untergebracht.

Hier findet man alte Feuerwehrhelme aus ganz Europa - von der Pickelhaube bis zum Helm der DDR-Feuerwehren. Handdruckspritzen, Einstellspritzen, Löscheimer, Beile und Äxte, Strahlrohre, Standrohre und weitere Gegenstände die die Feuerwehr so in den letzten 150 Jahren im Gebrauch hatte. Weiter geht die kleine Sammlung mit Schriftstücken wie Urkunden, Personallisten, Notenblättern für Trompetensignale, Dienst-Ausweise usw.
Im gesamten Feuerwehrhaus befinden sich (verstreut) Handdruckspritzen, Handkarren, zwei Pferde gezogene Feuerspritzen, mehrere fahrbare Leitern und zwei alte Wasserburger Feuerwehrfahrzeuge (Bj. 1941 u. 1951).



Unter Anderem können Sie hier folgendes sehen: Fotos
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  #2  
Alt 08.10.2007, 20:13
Hangl Stephan Hangl Stephan ist offline
Kreisbrandmeister Lkr Ro und Gerätewart - FF Wasserburg am Inn
 
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weitere Bilder aus unserem Museum

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  #3  
Alt 29.10.2007, 00:44
Hangl Stephan Hangl Stephan ist offline
Kreisbrandmeister Lkr Ro und Gerätewart - FF Wasserburg am Inn
 
Registriert seit: 01.09.2007
Beiträge: 188
Die Satzung der FF Wasserburg von 1866

Dies ist eine Abschrift der ersten Satzung der FF Wasserburg aus dem Jahre 1866.
Die ´aus der heutigen Sicht` vorkommenden Rechtschreibfehler sind keine - 1866 schrieb man so!




Satzungen
und
Dienstes-Vorschriften
der
freiwilligen Feuerwehr
der
Stadt Wasserburg.



Motto:
Der brave Mann denkt an sich selbst zuletzt.
Vertrau auf Gott und rette die Bedrängten.“


Wasserburg, 1867.
Druck von Fr. Dempf


I.
Statuten.

Zur Ergänzung der bisher bestandenen Hilfeleistung bei Feuersgefahr hat sich in Wasserburg ein Verein gebildet, der es seinen Mitgliedern zur Aufgabe macht, bei vorkommenden Brandfällen die Rettung von Menschen und Besitzgegenständen zu übernehmen und den Geschädigten gegenüber alle Verrichtungen unentgeldlich zu leisten.
Dieser Verein gab sich den Namen

Freiwillige Feuerwehr Wasserburg.

§. 1.
Zweck der Feuerwehr.
Der Hauptzweck der freiwilligen Feuerwehr Wasserburg ist die Gewinnung und Heranbildung unbescholtener, entschlossener Männer zur praktischen Dienstleistung und thatsächlicher Hilfeleistung bei in Wasserburg oder dessen nächster Umgebung ausgebrochenen Brandfällen.
Zur Erreichung dieses Zweckes sind in diesem Vereine militärische Ordnung und Uebungen eingeführt.

§. 2.
Aufgabe der Feuerwehr.
Die Aufgabe der freiwilligen Feuerwehr besteht darin:
  1. bei Brandfällen, Nachtwachen, Uebungen, sowie im Feuerwehrdienste überhaupt, als auch außer demselben ein männlich würdiges Benehmen zu pflegen;
  2. auf die erste Kunde eines Brandes sich möglichst zur Verfügung zu stellen, um mit Löschrequisiten auf dem Brandplatze zu erscheinen, und dort angelangt, dieselben mit Entschlossenheit und Sicherheit ruhig in Anwendung zu bringen;
  3. das bedrohte Eigentum, sowie die Lösch= und Rettungs=Requisiten mit möglicher Schonung zu behandeln;
  4. mit unermüdlichem Eifer das Feuer auf seinen Herd zu beschränken, oder die anliegenden Häuser, Vorräthe u. u. vor Ansteckung durch Flug= oder Streiffeuer schützen zu suchen;
  5. mit Nichtachtung der der Gefahr, Kaltblütigkeit und Anstrengung aller Kräfte dahin zu eilen, wo es gilt, ein Menschenleben der Gefahr zu entreißen, jedoch mit möglichster Vorsicht, um Unglück durch Unvorsichtigkeit zu vermeiden;
  6. das mobile Eigenthum der Bedrohten, bestehe es in was wolle, vorzüglich aber die werthvollen und nützlichen Gegenstände zu retten und in Sicherheit zu bringen.
§. 3.
Aufnahme in die Feuerwehr.
  1. Jedermann von unbescholtenen Rufe, welcher das 18. Lebensjahr überschritten hat, körperlich gesund und geneigt ist, sich die höthige Gewandtheit, welche die verschiedenen Dienstleistungen bei dem Feuerlösch= und Rettungswesen erfordern, anzueignen, kann in die freiwillige Feuerwehr als ordentliches Mitglied aufgenommen werden, und wird durch die bestehende Aufnahmeformel verpflichtet, allen Bedingungen der Feuerwehr getreu und gewissenhaft nachzukommen.
  2. Jeder Neuaufzunehmende muß durch ein Mitglied der freiwilligen Feuerwehr in Vorschlag gebracht werden, worauf dessen Name 14 Tage im Versammlungslokale zur Kenntnißnahme aufgezeichnet bleibt.
Fremde hier nicht domizilirende Geschäftsgehilfen, welche in den Verein aufgenommen werden wollen, müssen vor ihrer Aufnahme eine 4wöchentliche untadelhafte Conditionszeit dahier nachweisen.
  1. Nach von den anwesenden Mitgliedern erfolgter Abstimmung, wobei der Aufzunehmende durch Stimmenmehrheit als aufgenommen erscheint, wird solcher unter Beschlußfassung des Commandos in den Verein eingeführt, hat das Gelöbniß der Dienstwilligkeit zu leisten und solches durch Handschlag und Namensunterschrift zu bekräftigen.
  2. Jedem Aufgenommenen wird vom Commando die Aufnahme in den Verein schriftlich mitgetheilt und wird unter Berücksichtigung seiner Wünsche, sowie seiner Befähigung der Eintritt in einen Zug freigestellt.
Wird jedoch eine Aufnahme verweigert, so ist das Commando zur Angabe der Verweigerungsgründe nicht verpflichtet.
  1. Unbescholtene Männer, welche sich nicht zu den körperlichen Dienstleistungen der ordentlichen Mitglieder, wohl aber zur Leistung von regelmäßigen Geldbeiträgen verpflichten wollen, können als außerordentliche Mitglieder in den Verein aufgenommen werden. Dieselben haben das Recht, den Vereinsversammlungen anzuwohnen, und besitzen eine berathende, jedoch keine entscheidende Stimme.
  2. Zu Ehrenmitgliedern kann der Verein solche außerordentliche Mitglieder und Nichtmitglieder ernennen, welche sich besondere Verdienste um die Feuerwehr erworben haben.
§. 4.
Aufnahmsformel.
Ich N. N. aus N. habe verlangt in die Feuerwehr dahier aufgenommen zu werden, und verpflichte mich vor dieser Versammlung von Ehrenmännern auf Ehrenwort und Handschlag meinen freigewählten Beruf als Feuerwehrmann mit Uneigennützigkeit, Unverdroßenheit und Eifer nachzukommen, die Satzungen getreu zu beobachten und die Befehle meiner Vorgesetzten ohne Widerrede auszuführen und mich stets so zu verhalten, wie es zur Aufrechterhaltung und Würde des Corps dienlich ist.

§. 5.
Folge der Verpflichtung.
Die Verpflichtung ist das feierlich abgegebene Versprechen, welches die Mitglieder der Feuerwehr nur sich selbst und unter sich freiwillig leisten, allen Anordnungen und Befehlen von Seite des Vereins= oder Abtheilungs=Commandos, überhaupt der Vorgesetzen, willig Folge zu leisten.
Zum Unterstützungsfonde einen monatlichen Beitrag von 6 kr. zu entrichten.


§. 6.
Austritt, Ausschluß aus dem Verein.
Der Austritt eines ordentlichen Mitgliedes aus dem Verein findet statt:
nach halbjähriger schriftlicher Voranzeige des Austretenden bei der Vorstandschaft oder seinem Rottenführer.
Die Vorstandschaft ist berechtigt solche Mitglieder auszuschließen, welche
  1. durch ihr Betragen die allgemeine Achtung eingebüßt,
  2. die Ehre des Vereins verletzt haben, ohne hinlängliche Genugthuung leisten zu können,
  3. welche sich weigern, den dienstlichen Befehlen ihrer Vorgesetzten nachzukommen,
  4. einen dreimonatlichen Ausstand zum Unterstützungsfond, nach Aufforderung des Feuerwartes, nicht bezahlten.
Geringere Pflichtverletzungen, Dienstwidrigkeiten u. werden von der Vorstandschaft gerügt.
Die Vorstandschaft kann auch den Feuerwehrmann zur Strafe zur Dienst auf unbestimmte Zeit entheben.
Eine dreimalige Rüge führt den Ausschluß nach sich.
Die Ausschließung durch die Vorstandschaft geschieht mit Beiziehung zweier Feuerwehrmänner. Ein solcher Ausschluß aus dem Vereine wird im Versammlungslokale durch Anschlag des Namens bekannt gegeben.

§. 7.
Eintheilung der Feuerwehr.
Die Feuerwehr besteht aus zwei Compagnien mit je zwei Zügen.
Die I. Compagnie besteht aus einem Zug Steiger,
`` `` Retter.
Die II. Compagnie besteht aus einem Zug Spritze,
`` `` Denolirer.
Jeder Zug wird nach Verhältniß der Anzahl von Zug= und Rottenführer geleitet, welche die Befehle von der Vorstandschaft erhalten.
Die Vorstandschaft (Oberbefehl) besteht aus dem Feuerwehrmeister (Commandant), dessen Adjudanten, zwei Feuerwehr=Hauptleuten und dem Feuerwart.

§. 8.
Wirkungskreis.
Die Vorstandschaft stellt die Feuerwehrdienstordnung fest, sorgt für deren Handhabung und Anwendung, sowie für alle Vereins=Angelegenheiten, soweit deren Besorgung nicht einzelnen Personen zugewiesen ist.
Der Commandant führt im Dienste ausschließlich den Befehle, und vertritt innen und außerhalb des Dienstes die Feuerwehr, und stehen die Vereinsversammlungen unter seiner Leitung.
Der Adjudant hat den Commandanten oder dessen Stellvertreter in allen seinen Funktionen zu unterstützen, und die gegebenen Befehle so schnell wie möglich zu expediren, die von auswärts kommende Hilfsmannschaft zu empfangen, für ihre Verwendung zu sorgen, besonders dem Spritzenzug sein Augenmerk zuzuwenden.
Die beiden Hauptleute versehen den ihnen von Seite des Commandos bestimmten Dienst. Einer derselben ist im Verhinderungsfalle Stellvertreter des Commandanten.
Der Feuerwart ist Oberaufseher der Geräthe, der Führer der Cassa, Rechnungen und schriftlichen Arbeiten. Alle einlaufenden Contos müssen vom Commandanten vidimirt seyn, sonst darf sie der Cassier nicht berichtigen.
Die Vorstandschaft leitet den Rettung= und Löschdienst, soweit es in ihren Kräften steht, im Einvernehmen mit der bestehenden Feuerlöschkommission, und ist in Beziehung auf allgemeine Anordnung der Lokal= und Distriktspolizei untergeordnet.

§. 9.
Wahlen.
Commandant, Hauptleute, Adjudant und Feuerwart bilden die Vorstandschaft (den Ausschuß) und werden von den ordentlichen Mitgliedern auf die Dauer von vier Jahren gewählt.
Die Austretenden sind wieder wählbar.
Ist während der vierjährigen Dienstdauer eine Neuwahl nothwendig, so hat dieselbe auf die Restzeit zu geschehen. Zur Annahme der Wahl kann Niemand gezwungen werden.
Die unteren Chargen: Requisitenmeister, Zug= und Rottenführer u. werden vom Commando ernannt.
Chargen welche ihrer Dienstpflicht nicht vollkommen genügen, oder eine disciplinäre Rüge erhalten haben, können vom Commando in die Rotte zurückgestellt oder laut §. 6 beahndet werden.

§. 10.
General=Versammlung.
Die Vorstandschaft kann, so oft es das Interesse des Vereins wünschenswerth macht, eine Generalversammlung anberaumen.
Aufgabe der Generalversammlung ist die Entgegennahme des Rechenschaftsberichtes, die Bekanntgabe der Ernennungen, Ausschließungen aus dem Verein, ferner die Erledigung von Anträgen, die Abänderungen der Statuten u.
Die Leitung dieser Versammlung steht dem Commandanten oder dessen Stellvertreter zu.
In der Generalversammlung kann jedes Mitglied Anfragen oder Anträge stellen, welche von dem Ausschusse verbeschieden werden.
Die nicht erschienenen Mitglieder werden der Stimmenmehrheit gleichgeachtet.

§. 11.
Zeugnisse.
Die Vorstandschaft stellt auf Antrag eines Vorgesetzen Zeugnisse für die Mitglieder der Feuerwehr aus, und ertheilt ebenso Belobungen für ausgezeichnete Dienstleistungen bei Bränden.

§. 12.
Cassawesen.
Dasselbe besteht in
  1. einem Aktien=Kapital=Conto
  2. einem Cassa=Conto
  3. einem Reserve=Fond und
  4. einem Unterstützungs=Fond.
Der Aktiencapitalconto ist gebildet aus jenen Kapitalien, welche dem Verein von Privaten als ein unverzinslicher Vorschuß gegen Verabreichung von Aktien a`10 fl. geleistet wurden, dessen Ertrag zur Anschaffung aller dem Verein nothwendig werdender Gegenstände verwendet wird.
Der Cassaconto besteht aus jenen Erträgnissen, welche dem Vereine von seinen außerordentlichen Mitgliedern, von Versicherungsgesellschaften u. (usw.) zufließen, und theilweise zur Deckung der Aktienkapitalien dienen.
Alljahrlich im Monat Februar findet Rechnungsablage statt, wobei zugleich die Rückzahlung an die Aktionäre im Wege der Verloosung je nach einer vom Verwaltungs=Ausschusse zu bestimmenden Summe vorgenommen wird.
Aus dem Ueberschusse der vom Ausschusse an die Actionäre zu bezahlende bildet sich der Reserve=Fond.
Derselbe dient zur Deckung außerordentlicher Ausgaben.
Der Unterstützungsfond bildet sich aus den monatlichen Beiträgen der ordentlichen Mitglieder, und hat ausschließlich den Zweck der Unterstützung jener Mitglieder, welche bei Uebungen oder Feuersbrünsten – überhaupt im Dienste des Vereins – in der Art Schaden nehmen, daß sie auf längere Zeit ihrem Berufe nicht vorstehen können und daher verdienstlos sind.
Die Arbeitsunfähigkeit ist bei Inanspruchnahme einer Unterstützung durch ein ärztliches Zeugniß nachzuweisen.
Die Einnahmen bestehen aus den monatlichen Beiträgen von je 6 kr. der ordentlichen Mitglieder, den außerordentlichen Beiträgen von Vereins= und Ehrenmitgliedern, der Unterstützungscassa, sowie Geschenken, die derselben zuließen.
Bei außerordentlichen Bedürfnissen kann der monatliche Beitrag von der Vorstandschaft erhöht werden.
Die Unterstützungen sind vorerst wöchentliche oder einmalige Geldbewilligungen und werden vorderhand mit Rücksicht auf die vorhandenen Mittel von der Vorstandschaft bestimmt.
Die eingezahlten Beiträge können unter keinerlei Verhältnissen zurück verlangt werden.
Ein Zahlungsrückstand von 2 Monaten schließt jedes Mitglied von einem Unterstützungsanspruch – im Falle während dieser Zeit demselben ein Unglück zustossen sollte – aus.
Der baare Cassabestand soll das voraussichtliche Bedürfniß nicht übersteigen; die Ueberschüsse müssen verzinslich angelegt werden.
Der bei allenfallsiger Auflösung vorhandene Fond der Unterstützungscassa fällt der Stadtgemeinde zu, und wäre unter dem Namen „Unterstützungsfond der ehemaligen freiwilligen Feuerwehr Wasserburg“ so lange fructifizirlich anzulegen, bis sich allenfalls ein derartiger Verein wieder constituirt, welchem dann zum nämlichen Zwecke als Unterstützungsfond das Kapital in seiner ganzen Größe auszuantworten wäre.
Die herkömmlichen Verwaltungskonten können nach Größe des Kapitals, gleich den übrigen magistratischen Stiftungsfonds vom Magistrat beansprucht werden.
Entsteht nach Umfluß von zehn Jahren ein solcher freiwilliger Verein nicht, so fällt sämmtliches Kapital der Gemeinde Wasserburg mit der ausdrücklichen Bestimmung zu, diese Mittel nur zur Unterstützung solcher Personen, welche beim Lösch= und Rettungswesen in der Stadt Wasserburg verunglückten, zu verwenden.

§. 13.
Auflösung.
Der Verein kann sich dann auflösen, wenn er weniger als 15 Mitglieder zählt, in welchem Falle die Majorität für die Auflösung stimmen muß. In diesem Falle übernimmt die Stadtgemeinde wieder die ihr eigentümlich gehörenden Gerätschaften, und bezüglich der während dem Bestehen des Vereines von demselben angeschaften Requisiten und Ausrüstungsgegenstände ist der Stadtmagistrat Wasserburg zur Uebernahme und Aufbewahrung bis zur Wiederbildung eines ähnlichen Vereines zu vermögen.

§. 14.
Theilung.
Ein Antrag auf Theilung des Vereins=Vermögens kann nicht gestellt werden.



Entworfen am 24. März, genehmigt am 10. April 1866




II.

Dienst-Vorschriften.

A. Allgemeine Dienstvorschriften.
  1. Pflichten im Allgemeinen.
Jedes Mitglied der freiwilligen Feuerwehr soll stets den Zweck seines wichtigen Berufes im Auge haben und des Vertrauens, welches das Corps genießt, sich vollkommen würdig zeigen.
Der wahre Corpsgeist äußert sich vor allem in der strengen Aufrechterhaltung der Subordination und Disciplin, deren Gesetzen jedes Mitglied ohne Ausnahme unterworfen ist.

2. Subordination.
Da die oberste Leitung selbst bei der größten Umsicht alle nöthigen Anordnungen u. (usw.) nicht immer unmittelbar treffen kann, so müssen diejenigen Abstufungen vorhanden seyn, welche das rasche und sichere Ineinandergreifen der einzelnen Theile hervorbringen d. h. Es muß eine stufenweise Unterordnung, Subordination, stattfinden.
Das Subordinationsgesetz verlangt:
  1. unbedingten Gehorsam gegen die Dienstbefehle der Vorgesetzen
  2. die äußere Ehrerbietung gegen jeden Oberen, welcher Abtheilung er auch angehören mag.
3. Disciplin.
Die Disciplin umfaßt das gesammte Verhalten und Benehmen der Corpsmitglider im Dienste, wie es durch die besondere Dienstordnung geregelt und festgestellt ist.
4. Befehlsertheilung.
Jeder Vorgesetzte darf innerhalb seines Wirkungskreises Dienstbefehle ertheilen, nur dürfen sie nicht mit den Satzungen oder Dienstvorschriften oder mit den Befehlen höherer Vorgesetzter im Widerspruche stehen, die Fälle ausgenommen, wo gebieterische Umstände eine Abweichung absolut fordern; letzteren Falles ist sogleich an den nächsten Vorgesetzen Meldung zu erstatten und die Nothwendigkeit der Abweichung nachzuweisen.
Der Dienstbefehl eines Vorgesetzen darf von den Untergebenen in keiner Weise getadelt, noch viel weniger derselbe darüber zur Rede gestellt werden.
Jeder Dienstbefehl muß möglichst kurz, dabei aber so bestimmt und deutlich gegeben seyn, daß über die Ausführung kein Zweifel entstehen kann.

5. Meldung.
Jedes Mitglied ist verpflichtet, alle Vorfälle und Beobachtungen, welche den Dienst befördern oder benachtheiligen können, seinen nächsten Vorgesetzen zu melden.

6. Verwaltung.
Die Grundliste, in welcher die Zu= und Abgänge sämmtlicher Mitglieder, überhaupt alle personellen Veränderungen, soweit sie für den Dienst von Wichtigkeit sind, nachgewiesen und controllirt werden, wird von dem Commandanten selbst geführt.
Die Chargirten führen in ähnlicher Weise sogenannte Abtheilungsbücher, und verzeichnen alle vorkommenden Veränderungen behuss Ergänzung oder Berichtigung des Grundbuchen des Commandanten.
Jedes Mitglied hat dem Adjudanten seinen Abgang anzuzeigen.
Jede empfangene Ausrüstung ist in geordnetem Zustande an einem sicherem trockenem Orte aufzubewahren; Helm, Beil und Hacken stets blank zu erhalten.
Die Ausrüstung muß derart in Bereitschaft seyn, da man sich auf das erste Signal dem Vereine zur Verfügung stellen kann.
Die ebenfalls zur Ausrüstung gehörenden Montur muß stets rein gehalten und darf nur im Dienste getragen werden.
Wer eine Gerätschaft verliert oder beschädigt, ist zu deren Ersatz verpflichtet.
Die Aufsicht über die Requisiten ist einem vom Commando ernannten Requisitenmeister übertragen, der über sämmtliche Inventargegenstände ein genaues Verzeichniß führt, und sich von Zeit zu Zeit von dem guten Zustande derselben überzeugt.
Tritt ein Mitglied aus, so hat es seine empfangene Requisiten in bester Beschaffenheit, blank und rein abzuliefern.

7. Commando.
Im Falle der Abwesenheit des Commando rückt der nächste Chargirte vor, und in Abwesenheit aller Chrgierten übernimmt der Aelteste der Feuerwehrmannschaft so lange das Commando, bis ein Vorgesetzter erscheint.
Jede Zuwiderhandlung zieht strenge Beahndung und in besonderen Fällen sofortige Entfernung vom Deinste nach sich.

8. Feuerwehrdienst.
Dieser zerfällt in:
a) Einübungsdienst,
b) Dienst bei Hauptproben,
c) Dienst bei einem Brande.

A. Einübungsdienst.
Der Dienst der Einübung in Rotten wird von den Hauptleuten angeordnet, sowie auch jener ganzer Abtheilungen.
Die Anzahl der Rotten= und Abtheilungsübungen ist nicht bestimmt, sondern dem Ermessen des Hauptmanns überlassen.
Auch Zug= und Rottenführer können Uebungen vorausgegangener Meldung beim Hauptmanne veranlassen.
Beim Turnen der Rotten (Riegen) muß jeder Feuerwehrmann nach der eingeführten Ordnung sich unverweigerlich fügen und darf ohne Meldung bei seinem Rottenführer (Vorturner) nie die Rotte verlassen.

B. Dienst bei Proben.
Zu den Hauptproben oder Gesamtübungen haben Alle ohne Ausnahme zu erscheinen; - die Befehle oder Signale müssen so schnell wie bei einem Brande vollzogen werden; demzufolge haben jährlich einige größere Uebungen stattzufinden, und sollen hiezu Gebäude in verschiedenen Stadttheilen benützt werden.
Jedes Jahr hat auch eine Inspektion der ganzen Mannschaft mit vollständiger Ausrüstung stattzufinden; bei Uebungen, wie bei einem Brande haben die betreffenden Führer für die richtige Instandhaltung ihrer Rotten, sowie der Requisiten zu sorgen.

C. Dienst beim Brande.
Sowie Feuerruf oder Signal ertönt, eilt der Feuerwehrmann mit Dienstanzug und Ausrüstung dem Requisitenhaus zu, und jedes Feuerwehrmitglied ist verpflichtet, bei einmal eingetretenem Feuerlärme sich auf der angezeigten Brandstätte einzufinden.
Diejenigen Feuerwehrmänner, welche nach Abgang der Gerätschaften im Feuerhause ankommen, haben nachzusehen, ob nichts vergessen wurde, nehmen die zurückgelassenen Gegenstände mit und begeben sich so schnell wie möglich auf den Brandplatz, jedoch soll immerhin Ordnung und Maaß, besonders beim Transporte von Maschinen und Gerätschaften, eingehalten werden. - Leute, welche ohne Athem und Kraft an Ort und Stelle anlangen, sind zu raschem Angriff nicht tauglich.
Nach Ankunft am Brandplatze haben die Führer dem Hauptmanne die Meldung zu machen, daß die Mannschaft mit Requisiten eingetroffen und in Bereitschaft steht.
Der zuerst eingetroffene Chargirte übernimmt bis auf Weiteres den Befehl.
Der Standort der Feuerlösch=Commission und des Feuerwehrcommando ist am Tage durch eine Fahne, bei Nacht durch eine farbige Laterne bezeichnet, und sind in dessen Nähe auch die Aerzte, Chirurgen und Tragsessel aufgestellt.
Bei gefährlichen Posten soll stets eine Rückzugslinie im Auge behalten werden, und soll nie ein Feuerwehrmann in gefährlicher Lage allein befinden.

9. Bereitschaft.
Jeden ersten Montag im Monat wird nach Zahl der Mannschaft ein Zug für die Dauer bis zum ersten Montag des nächstfolgendem Monat als Feuerpiquet commandirt.
Bei heftigen Gewittern oder Stürmen zur Nachtzeit bezieht das Feuerpiquet der freiwilligen Feuerwehr die Wache, woselbst die nöthigen Vorschriften des Wachtdienstes ersichtlich sind.
Die Feuerpiquetmannschaft darf ohne spezielle Erlaubniß resp. Meldung beim Adjudanten oder ihrem betreffenden Rottenführer, welcher sogleich einen Ersatzmann dafür commandiren muß, außer in geschäftlicher Beziehung den Stadtbezirk nicht verlassen.
Das Verzeichniß derselben, sowie Anordnungen u. u. (usw.) für die Feuerwehr, ist im Versammlungslokale sichtbar.


B. Spezielle Dienstvorschriften.
  1. Für den Steigerzug.
Beim Ausbruche eines Brandes hat jeder Steiger in das Requisiten=Haus zu eilen, um den Wagen seines Zuges auf den Brandplatz zu bringen.
Da Menschen, welche in Gefahr sind, nur mit Hilfe der Leiter gerettet werden können, so wird es jeder Steiger als eine Gewissenssache ansehen, den Wagen so schnell als nur möglich auf den Brandplatz zu bringen.
Die zuerst auf dem Brandplatze ankommenden Steiger haben sich vor allem davon zu überzeugen, ob nicht Menschen in Gefahr seien; in den meisten Fällen werden Personen nach Hilfe rufen. Da es aber auch vorkommen kann, daß noch Kinder, schwer Kranke oder ohnmächtig Gewordene zurück sind, oder daß Menschen durch das Feuer selbst verhindert werden, an ein Fenster zu kommen, so muß sofort das ganze Haus durchforscht und von allen anwesenden Hausbewohnern Auskunft verlangt werden.
Sollte nun Jemand in Gefahr seyn, so ist die Rettung in folgender Weise zu bewerkstelligen:
a) Wenn es sich um Rettung eiunes Mannes handelt, so wird einfach eine Leiter angelegt, auf welcher derselbe herabsteigen kann.
b) Wenn es sich um die Rettung einer Frau,eines Kranken oder eines Kindes handelt, so steigen zwei Steiger hinauf, und lassen die bedrohte Person in einem gewöhnlichen Rettungssacke vorsichtig herab.
c) Wenn es sich um Rettung mehrerer Personen handelt, so steigen drei Steiger hinauf und lassen dieselben im Rettungsschlauche herab.
d) Im Falle sich jemand im zweiten Stocke befindet, während das Feuer schon im ersten Stocke herausschlägt und daher eine Leiter nicht mehr angelegt werden kann, so wird das Sprungtuch angewendet. Wenn jedoch von einer anderen Seite oder durch Durchschlagen einer Mauer beizukommen ist, so wird das immerhin gefährliche Herabspringen gerne vermieden.
Wenn bei Ankunft der Steiger auf dem Brandplatze Niemand in Gefahr ist, so besteht die wichtigste Funktion darin, daß sogleich diejenigen Punkte erforscht und bestiegen werden, von denen aus am wirksamsten gespritzt werden kann.
Solche Posten werden selbst dann besetzt, wenn die Spritzen noch nicht da sind, und wird in diesem Falle einstweilen die Leine herabgelasser, um an derselben später den Schlauch hinaufzuziehen; ankommende Spritzen sind auf solche Posten schon im Anfahren aufmerksam zu machen.
Da zur Rettung von Effekten ein eigener Zug bestellt ist, so beschäftigen sich die Steiger nur in so weit, als es sich um Gegenstände handelt, die nur mit Hilfe der Leitern und Seile geflüchtet werden können, oder auch, wenn Steiger werthvolle Gegenstände in unmittelbarer Gefahr stehen, und kein Retter in der Nähe ist, der darauf aufmerksam gemacht werden könnte.
Unter allen Umständen aber haben die Steiger gerettete Gegenstände sobald als möglich einem Retter zur Weiterbeförderung zuzustellen, oder, wenn im Augenblick kein solcher da ist, das Gerettete in der Nähe des Hauses niederzulegen und zuerst erscheinenden Retter auszuliefern.
Es ist oft gefährlich, Dächer abzudecken, Böden aufzureißen oder Wände durchzuschlagen, es darf dieß daher nur bei augenscheinlicher Nothwendigkeit und nur auf spezielle Anordnung des Commandos geschehen.
Alles Einreißen ist auf´s strengste untersagt; wer die Nothwendigkeit, irgend Etwas einreißen zu müssen, zu erkennen zu glaubt, hat dieß unverzüglich dem Commandanten oder Hauptmann des Zuges anzuzeigen, damit nöthigen Falles den Behörden Anzeige gemacht und das Erforderliche angeordnet werden kann.
Alle vorkommenden Arbeiten sind rasch aber ohne Uebereilung auszuführen; unnötiges Schreien ist auf das strengste verboten, selbst die Anordnungen der Chargierten sollen so ruhig als möglich geschehen.
Nach dem Brande versammeln sich sämtliche Steiger bei ihren Wägen, wo verlesen und eingerückt wird.

2. Für den Rettungszug.
Jeder Retter hat einen Rettungssack, nach Vorschrift mit seinem Namen und Hausnummer versehen, zu führen.
Die Schlosser haben Sperr= und Brechzeug, die Schreiner Hammer und Beißzangen mitzubringen.
Bei auskommendem Feuer hat die Rettungsmannschaft in das Requisitenhaus zu eilen und für schleunigste Herbeischaffung des Rettungswagens auf den Brandplatz zu sorgen.
Die später erscheinenden Retter haben sich bei der Fahne einzufinden, damit von dort aus über sie verfügt werden kann.
Wenn einzelne Retter früher als der Rottenführer auf dem Brandplatz kommen, so helfen sie denjenigen, die in der größten Noth sind, einpacken und besorgen die zusammengebundenen Sachen in die Hausflur oder an einen anderen sicheren Punkt, bis an den bestimmten Hauptrettungsplatz geflüchtet werden kann; auch ist es Sache der Retter, die Hilfsbedürftigen auf kostbare und wichtige Dinge aufmerksam zu machen, damit nicht durch die Verwirrung etwas vergessen werde.
Der Rottenführer sorgt unter der Straßenthüre eines jeden Hauses, aus welchem geflüchtet wird, durch Aufstellung eines Mannes als Wache, daß keine fremde Person Etwas herausträgt, außer sie ist von einem Retter begleitet.
Beim Retten ist Nachstehendes zu beachten:
a) Kranke Personen werden zuerst mit möglichster Sorgfalt hinweggebracht, auch ist auf Kindbetterinen alte Leute und Kinder, sowie auf geisteskranke Personen besonders Bedacht zu nehmen.
b) Darnach kommen Juwelen,Gold, Silber, Uhren, Werthpapiere, wichtige Documente, Handlungsbücher u. - Wenn dergleichen Sachen von Werth zu anderen Dingen in einen Sack geborgen werden, so ist vom Retter bei Ablage auf dem Rettungsplatze Anzeige davon zu machen.
Wenn im Hause einer Material= oder Spezereiwaarenhandlung oder in der Nähe einer solchen Feuer aus kommt, so haben die Retter schleunigst zu erkundigen, ob sich nicht im Laden oder in einem Gewölbe oder auf dem Boden Schießpulver befindet.
c) Weißzeug wird in Säcke gepackt.
d) Betten werden in Leintücher gebunden.
e) Porzellain=, Kupfer=, Zinn= und Messinggeschirre können im Drange der Umstände in den Keller gebracht werden.
f) Bettstellen, Tische und andere Möbel sind das zuletzt zu Rettende, und können allenfalls auch in den Keller gebracht werden.
Bei Schließung des Kellers ist zu beobachten, daß nicht versäumt wird, einigemale mit starker Stimme hinunterzurufen, ob sich noch jemand unten befindet.
Da durch unnöthiges Retten leicht großer Schaden veranlaßt werden kann, so ist es jeden Retters Pflicht, alles Retten aus Häusern, welche nicht unmittelbar bedroht sind, zu unterlassen; in zweifelhaften Fällen ist anzufragen.
Der Rettungsplan wird vom Hauptmanne bezeichnet. Die Frauen= und Pfarrkirche, sowie der Exerzier= und oberer Griesplatz sind als Rettungsplätze zu benützen.
Ein Wasserfaß und zwei Männer mit Handspritzen sind gleichfalls auf den Rettungsplatz zu beordern, und diese Männer haben daselbst solange zu verweilen, bis alle Gefahr vorüber ist.
Die Vertheilung der geflüchteten Gegenstände geschieht in folgender Weise: Den Eigenthümern der auf den Rettungsplatz gebrachten Gegenstände wird eine Zeit bestimmt, in der sich dieselben außerhalb des Rettungsplatzes einzufinden haben. Dieselben haben die Leute zu bezeichnen, welche ihnen zur Zurücklieferung behilflich sind. Alle den Rettern hiezu anwesenden Zugführern unbekannten Personen sind vom Platze zu verweisen, und ist ihnen allenfalls hiezu Hilfe von Seite der dienstthuenden Bürgerwehr zu leisten.
Keiner der auf diesen Platz beorderten Retter verläßt seinen Posten, ohne abgelöst oder vom Hauptmann entlassen zu seyn.
  1. 3. Für den Spritzenzug.
Bei auskommendem Brande eilt die Spritzenmannschaft schleunigst in das betreffende Spritzenhaus; sobald vier Männer beisammen sind, wird die Spritze herausgezogen, abgefahren wird jedoch erst, wenn so viele Spritzenmänner da sind, daß die Spritze rasch auf den Brandplatz gebracht werden kann.
Die Aufstellung der Spritze erfordert viel Umsicht, insbesondere soll dieselbe
a) nicht zu nahe an dem brennenden Hause stehen, weil dadurch die Aufstellung der Leitern und der Rettungsgerätschaften gehindert wär,
b) nicht in die Mitte einer Straße gestellt werden, wo der Verkehr unterbrochen oder erschwert würde,
c) soll darauf gesehen werden, in welcher Richtung eine weitere Verbreitung des Feuers am gefährlichsten wäre,
d) ob die Schläuche nicht auf kantige Gegenstände, Steine u. aufliegen, und sind sie in diesem Falle eben zu Betten,
e) daß dieselben nicht verdreht sind oder scharfe Biegungen machen, worauf sie ausgebogen werden müssen.
Wenn der Spritze nicht gleich Wasser angeboten wird, so ist es eine wichtige Aufgabe der Spritzenmeister oder Rottenführer, sich Wasser zu verschaffen, und dieselben suchen einen Zubringerschlauch, eine Anzahl Buttenträger oder Wasserführer für ihre Spritze zu bekommen, wobei jedoch das, was für andere Spritzen bestimmt ist, nicht in Anspruch genommen werden darf.
Es wird erwartet, daß die Chargierten bei dieser so wichtigen Funktion rasch und umsichtig zu Werke gehen, dabei alles Rufen nach Wasser vermeiden.
Bei kleineren Brandfällen sollen die Chargierten der später ankommenden Spritzen erst dann Wasser in die Spritzen schütten lassen, wenn sie sich überzeugt haben, daß die Spritzen noch in Thätigkeit zu bringen sind.
Die Spritzenmeister haben ausschließlich die technischen Verrichtungen an den Spritzen zu besorgen, und sollen sich so wenig als möglich von denselben entfernen. Bei kaltem Wetter sind die Spritzenmeister verpflichtet, darüber zu wachen, daß die Spritze nicht einfriere, was dadurch erzielt wird, daß zuerst heißes Wasser in dieselbe geschüttet wird und daß der Druckbaum, selbst wenn die Spritze zeitweise kein Wasser hat, doch in Bewegung erhalten wird.
Während des Pumpens ist darauf zu achten, daß die Druckhebel ganz herabgedrückt aber nicht stark aufgehoben werden. Wenn das Zeichen zum Pumpen gegeben ist, so wird der Druckbau an der Deichsel zuerst herabgedrückt.
Es ist von großer Wichtigkeit, daß die Leitung des Wasserstrahls auf die richtige Weise geschehe, und sind daher nachstehende Vorschriften über den Angriff des Feuers auf´s genaueste zu beachten:
a) Es ist durchaus verboten, so in ein brennendes Haus zu spritzen, daß man nicht sieht, wo das Wasser auffällt, weil in diesem Falle ohne alles Resultat gearbeitet wird.
Der Rottenführer soll als ersten Grundsatz ansehen, daß man sich dem Feuer soviel als möglich nähere und auf kleine Entfernung den ungetheilten Strahl auf einen bestimmten Punkt leite.
b) Das planlose Hin= und Herspritzen ist eine unverantwortliche Wasserverschwendung. - Der Rottenführer muß von einem gewissen Punkt das fortlöschen, und zwar in der Weise, daß er die ihm zunächst liegenden Punkte zuerst vollkommen löscht und dann vorrückt.
  1. c) Es ist immer von unten nach oben zu löschen, damit das, was einmal gelöscht ist, nicht wieder in Brand gerathe.#
    d) Der Rohrführer muß wo möglich von der Richtung, wo der Wind herkömmt, angreifen; im entgegengesetzten Falle wird der Wasserstrahl durch den Wind zerstreut und verliert seine Wirksamkeit; auch deßhalb ist auf den Wind Rücksicht zu nehmen, weil der Rottenführer, wenn ihm Rauch und Hitze in´s Gesicht getrieben wird, nicht gehörig arbeiten kann.
    e) Wenn mehrere Rohrführer planmäßig zusammenwirken, so wird der Erfolg gesteigert; auch in diesem Falle wird von einem gewissen Punkt ausgehend gelöscht.
    f) Ganz verwerflich ist es, in eine Gluth zu spritzen, welche zu groß ist, um dadurch gelöscht zu werden, dann die Erfahrung lehrt, daß damit das Feuer sogar noch stärker angefacht wird. Wenn z. B. eine Scheune mit viel Heu und Stroh brennt, so muß sich die Hilfeleistung auf Beschützung der Nachbarhäuser beschränken.
    g) Besonders sind durch die Rohrführer zu schützen: Treppen, welche noch während des Brandes nöthig seyn könnten, und Holzsäulen, sowohl freistehende als eingemauerte, durch deren Verbrennung ein Einsturz zu befürchten wäre.
    h) Schornsteinbrände sind nur dann gefährlich, wenn der Schornstein Risse bekommt, und dadurch das Feuer weiter verbreitet wird.
    Es ist daher bei Schornsteinbränden vor allem nöthig, in jedem Stockwerk einige Mann als Wache nebst gehörigem Wasservorrath an den Schornstein zu stellen, damit allenfallsige Entzündungen sogleich gelöscht werden können. Die Wache wird sich am leichtesten durch Befühlen des Bodens überzeugen, ob eine Entzündung im Gebälke stattgefunden hat; ist der Boden heiß, so wird aufgerissen und gelöscht.
    Durch das Ausdringen von Rauch aus dem Boden darf man sich über den Sitz des Feuers nie täuschen lassen, weil derselbe selten da ausdringt wo es wirklich brennt, sondern unter dem Boden fortzieht, bis er Luft bekommt; das Betasten des Bodens ist daher bei allem versteckten Feuer unumgänglich nothwendig.
    Gleichzeitig mit obigen Vorsichtsmaßregeln wird unter dem brennenden Schornstein Schwefel angezündet, wodurch der Brand rasch erlischt.
    Zur weiteren Vorsicht kann dann der Schornstein noch mit Mist oder nassen Tüchern verstopft werden; in diesem Falle muß gründlich zu Werke gegangen werden, so daß keine Oeffnung bleibt, insbesondere sind alle in den Kamin einmündende Ofenrohre herauszuziehen und die Oeffnungen zu verstopfen.
    i) Kellerbrände sucht man ebenfalls zuerst durch Verstopfen mit nassem Mist, Lehm u. zu ersticken; erst wenn dies nicht hilft, wird Wasser angewendet und auf den Brandherd gespritzt.

    4. Für den Demolirzug
    Die erste Aufgabe derselben ist bei einem ausgebrochenen Brande die Herbeischaffung der Schubleitern und anderer großer Leitern, sowie der Feuerhacken. Die Erstere muß an der vom Winde am stärksten bedrohten Stelle aufgerichtet, die anderen aber an verschiedenen Punkten theils aufgestellt theils parat gehalten werden. Die Demolirer verfügen sich sodann zum Feuerherde selbst, vertheilen sich längs der zusammenhängenden Häuser rechts und links, jedoch die Mehrzahl jedesmal auf der gefahrdrohenden Seite, um mit ihren Werkzeugen die Steiger und die Rohrführer zu unterstützen, etwaige Hindernisse zu beseitigen und Oeffnungen, durch welche dem Feuer mittelst Zugluft Nahrung zukommen kann, soviel als möglich zu schließen oder zu verrammeln.
    Das Einreißen der Dächer und Wände hat nur auf spezielle Anforderung der Feuerlöschcommission mittels Befehl des Feuerwehrcommando zu geschehen, und müssen sodann die Hauptverbindungen der abzubrechenden Häuser durchhauen, das Dach aber stückweise mittelst Hacken und Seile auf die Straße gebracht werden. Hierbei ist aber Sorge zu tragen, daß die betreffende Straße oder der Platz von Menschen leer sey, um Unglück anderer Art zu verhüten. Alles im Hause befindliche Holzwerk ist möglichst zu beseitigen, besonders das mit einer dem Feuer gegenüber stehenden Mauer in Verbindung stehende. Steinmauern sind möglichst zu schonen, da sie dem Weitergreifen des Feuer seinen Damm bilden.
    Ein Grundsatz bei dieser Verfahrensweise ist stets, nie mit Zerstören des dem Brande zunächst gelegene Hauses zu beginnen, da sonst durch die entstehende Lücke dem Feuer durch Weiterverbreitung mehr Spielraum gegeben würde, vielmehr muß dasselbe sorgfältig verschlossen und bedeckt bleiben, damit dessen Verbrennung sich verzögert, und zum Demoliren des dritten Hauses mehr Zeit gewonnen wird.
    Das erste jener Häuser, welches wieder stehen bleiben soll, muß jedenfalls ein aus Stein gemauertes seyn, denn ein baufälliges oder hölzernes Haus wäre durch die entstandene Lücke nicht geschützt, und ein Ueberspringen des Feuers auf dieses und größere Verheerungen zu befürchten.
    Es ist schließlich selbst verständlich, daß zu Demolirarbeiten meist erfahrene Handwerker, Maurer und Zimmerleute zu verwenden sind.
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Jeder Feuerwehrmann ist laut §. 4 verpflichtet, sich mit diesen Statuten sowohl, als mit den allgemeinen und speziellen Dienstvorschriften, sowie namentlich mit seiner eigenen Dienstfunktion auf´s genaueste vertraut zu machen, - denn Unkenntniß entschuldigt nicht.

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