Feuerwehr Wasserburg
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Alt 02.09.2007, 19:43
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FF Wasserburg am Inn
 
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Feuer - ein uraltes Problem der Menschen

Das bedeutendste Geschenk der Natur an den Menschen ist das Feuer. In der griechischen Mythologie hatten die Götter den Menschen das Feuer vorenthalten und der Titan Prometheus brachte es auf die Erde. Er zog sich dadurch den Zorn der Götter des Olymp zu.

Im Glauben der Menschen des Altertums war das Feuer eine ihm überlegene Macht, die sie nur durch Opfer und Beschwörungen in seinen Schranken halten konnten. Sie mussten lernen, mit dem Feuer umzugehen und sie mussten feststellen, dass das Feuer eine zerstörerische Macht darstellte, der es zu begegnen galt. In der Zeit der frühen Antike regten sich Kräfte, diese Naturgewalt zu bezwingen und sie sich nutzbar zu machen. Wenn man so will, liegen hier die Ursprünge des Gedankens, dem Feuer zu wehren. Die ersten historischen Überlieferungen eines geordneten Feuerwehrwesens gehen auf die Zeit der römischen Kaiser zu Beginn der christlichen Zeitrechnung zurück.

Im alten Rom, unter Kaiser Gajus Julius Caesar, wurden die sog. Löschanstalten organisiert. Sieben Kohorten - aus den berühmten römischen Legionen - hatten den Sicherheitsdienst und den Feuerschutz im aniken Rom zu versehen. In jeder dieser Kohorten diente ein siphonarius (ein Spritzenmeister) und die aquarii (die Wassermannschaften). Wenn auch technische Hilfsmittel weitgehendst fehlten, so brachten doch die römischen Wasserleitungen, die teilweise heute noch bestehenden Aquädukte, das Wasser in jeden Teil der Stadt. Der militärische Drill der Kohorten befähigte sie zu absolut wirkungsvollem Handeln. Solche Sicherheitsmaßnahmen waren im alten Rom sicher angezeigt, wenn man weiß, dass zur Nachtzeit in den Straßen Feuerpfannen brannten und ein etwas kräftigerer Wind in der Lage war, eine Brandkatastrophe herbei zu führen. Zwar gab es dort in dieser Zeit schon feste Herdstellen und man kochte schon in Töpfen und Pfannen, während im damaligen Germanien - auch in Gallien usw. - die einzige Möglichkeit Speisen zuzubereiten der Bratspieß und im Feuer erhitzte Steinplatten waren, aber man hatte die verheerende Wirkung des Feuers erkannt. Verständlich, dass ein geordnetes Feuer weit weniger gefährlich war als ein offenes und loderndes.

In Deutschland findet man die ersten Ansätze zu einem geordneten Löschwesen erst tausend Jahre später. Das Anwachsen der Städte, zumeist um eine Burg gegliedert, erforderte Maßnahmen zum Schutze von Hab und Gut der Stadtbewohner und nicht zuletzt auch der Burgherren. So wurden Vorschriften (Edikte) erlassen, die das Verhalten der Bürger im Brandfalle regelten und vorschrieben. Die älteste bekannte Feuerordnung im deutschsprachigen Raum stammt aus dem Jahre 1278 aus Wien. Etwa um die gleiche Zeit erließ auch die Stadt Frankfurt am Main eine Verordnung zur Brandbekämpfung.

Hauptsächlich nach Wohngebieten oder nach den Zünften wurde der Einsatz bei Bränden geregelt. Lange Menschenketten mit ledernen Löscheimern hatten das Wasser an die Brandstelle heranzubringen, war doch der Eimer das einzige Löschgerät. Dazu ein Auszug aus der Feuerordnung der Stadt Dortmund aus dem Jahre 1677:

"XVIII. die gegen den Brand verfertigte, am Zimmerhof vorhandene Wassersprützen sollen zwarn auch bey des Feuers noth gebrauchet werden. Aber es soll sich die Bürgerschaft nicht zu viel darauf verlassen, weniger auf dieselben waren, soll gestrack daran gehen, wie dem Feuer am besten zu steuern. "

All zuviel haben diese Feuerordnungen gerade nicht geholfen. Der Erfolg bei den Brandeinsätzen war doch recht gering und wenn es gelang, das Übergreifen des Feuers auf andere Gebäude oder Stadtteile zu verhindern, dann war die wirklich als großer Erfolg zu werten. Der Mensch des Mittelalters war der Naturgewalt Feuer ziemlich wehrlos ausgeliefert. Weil man dies wusste, wurde besonderer Wert auf vorbeugende Maßnahmen gelegt, so stammt der Brauch der Herdstellenschau schon aus dieser Zeit.

Ein bedeutender Abschnitt in der Geschichte der Feuerwehr begann im Jahre 1672. Der niederländische Maler Jan van der Heide erfand die sog. Schlangenspritzen. Diese Bezeichnung rührt von den meist aus Leder gefertigten Schläuchen her, die das benötigte Löschwasser zur Spritze leiteten. Man musste nun nicht mehr mit oft unzähligen Menschen, die sich die Löscheimer von Hand zu Hand reichten, dem Feuer zu Leibe rücken. Der Dienst in Feuersnot wurde in der Folgezeit den Handwerkszünften übertragen, namentlich Maurer, Kaminkehrer, Zimmerleute, Schlosser und deren Helfer. Diesen wurde der Dienst von den Gemeinden vergütet. Um die Einsatzmöglichkeiten dieser Pflichtfeuerwehren war es nicht sehr gut bestellt. Verheerende Brandkatastrophen waren die natürliche Folge. Ganz besonders schlecht war es auf dem Lande.

Bis weit in das vorige Jahrhundert hinein gab es Brandkatastrophen enormen Ausmaßes, so z. B. im Jahre 1842 in Hamburg. Bei dieser Feuersbrunst kamen 50 Menschen uns Leben und 1749 Häuser fielen in Schutt und Asche.

Der größte Mangel der damaligen Feuerwehr war die lange Zeit, die nötig war, um die Löschmannschaften und das Gerät an die Brandstellen zu bringen. Ganz abgesehen davon, dass das Gerät unzureichend war, fehlten auch ausgebildete Mannschaften und die schlechte Zusammenarbeit tat ein Übriges dazu. Im ersten Durcheinander kam es Häufig vor, das man zunächst gar nicht genau wusste, wo es denn nun brennt, was den Einsatz der Feuerwehr jedoch mehr verzögerte.

Der 17.Juli 1841 brachte eine neue Epoche in der Geschichte des Feuerlöschwesens. In Meißen wurde an diesem Tage das Feuerlösch- und Rettungscorps ins Leben gerufen. Ein Seifensiedermeister wurde zum Hauptmann ernannt. Man kleidete die 136 Männer des Corps einheitlich mit grauen Leinenröcken und Helmen in der Form von Pickelhauben. Die Gliederung des Corps war beispielgebend für alle freiwilligen Feuerwehren, die in den folgenden Jahrzehnten gegründet worden sind. Das Corps bestand aus einem Hauptmann, einem Stellvertreter, einem Adjudanten, einem Zugführer für die Rettungsmannschaft, zwei Spritzenmeistern, sechs Schlauchmeistern, sechs Rottenmeistern und 118 Feuerwehrmännern.

Das Meißener Beispiel machte Schule und so schlossen sich am 9.Januar 1849 in Augsburg 110 Männer zu einem Rettungsverein zusammen. Es war die Gründung der ersten freiwilligen Feuerwehr diesseits des Rheins, wie man zu damaliger Zeit zu sagen pflegte. Die Idee der freiwilligen Feuerwehren hatte nun auch in Bayern Fuß gefasst, und eine Feuerwehr um die andere löste die bis dahin bestehenden Pflichtfeuerwehren ab. Den größten Anklang fand diese Bewegung auf dem Lande, verständlicherweise, bedeutete ein Brand für einen Landwirt vielfach den totalen Ruin.

Der berühmte Turnvater Ludwig Jahn hatte einen wesentlichen Anteil an der Entwicklung des Feuerlöschwesens, die mit dem Meißner Beispiel ihren Anfang genommen hatte. Seine Ideen und sein Schwung, die er den vielen Turnvereinen vorgegeben hatte, waren Voraussetzung für das Entstehen und das Anwachsen der neu gegründeten Rettungsvereine. Körperliche Fitness (wie hat man dazu eigentlich früher gesagt?) und die Bereitschaft füreinander einzutreten, das sind die Prinzipien gewesen, die auch die Turnvereine hatten, dazu einen meist vaterländischen Charakter. Nur zäh abzubauen war das Misstrauen der Obrigkeit gegen Gründung von Vereinen, die sich mit öffentlichen Angelegenheiten befassten. Offensichtlich war man sich seiner eigenen Unzulänglichkeit in manchen Dingen sehr wohl bewusst und wollte dies nicht an die Öffentlichkeit dringen lassen.

Schließlich aber war man doch zu der Einsicht gelangt, dass der Einzelne der Bedrohung durch das Feuer hilflos ausgesetzt war und sich nur in der Gemeinschaft entsprechend zur Wehr setzen konnte. Auf dieser Gemeinschaftsidee basierte letztlich auch der Neuaufbau des Feuerlöschwesens in der Mitte es vorigen Jahrhunderts, ganz besonders - wie schon erwähnt - auf dem Lande. Sicher entstanden die ersten freiwilligen Feuerwehren in Städten, aber hier wurden sie bald von der Berufsfeuerwehr verdrängt und ersetzt.

Die heutige Form des Feuerschutzes ist eine von vielen, in denen die Lösung des Problems Feuer, ein Naturelement, versucht wurde und wird. Die technische Entwicklung auf allen Gebieten, hat auch den Feuerwehren Hilfsmittel an die Hand gegeben, die noch vor wenigen Jahrzehnten undenkbar gewesen sind. Wer hätte damals schon daran gedacht, ein Feuer mit einer Explosion auszublasen?

Wie jede andere Institution macht auch die Feuerwehr Veränderungen durch. Wer weiß, wie man in den Jahren nach 2100 dem Feuer zu Leibe rücken wird!

Verm.: Die Idee zu diesem Aufsatz lieferte Herr Josef Graf, Kreisbrandmeister aus Tacherting. Teile sind übernommen aus der Zeitschrift: Die Feuerwehr - Männer ohne Waffen
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