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Alt 02.09.2007, 19:44
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FF Wasserburg am Inn
 
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Der ROTE HAHN über Wasserburg

Nach einer chronistischen Zusammenfassung von A. Dempf

Im Jahre 1339, vor rund 660 Jahren, wurde die Stadt Wasserburg nahezu vollkommen durch eine Feuersbrunst vernichtet. Es muss wohl auch das Rathaus dabei verbrannt sein, denn es gibt keine Urkunden oder Aufzeichnungen aus der Zeit vor dem Brandunglück. Es w ar dies ein ganz betrübter Umstand für die Bevölkerung, denn es waren auch alle "Freibriefe" und Privilegien verloren gegangen, ein schier unersetzlicher Verlust, gab es doch kaum Kopien von diesen Urkunden. Dreieinhalb Jahrzehnte dauerte es, bis die Stadt wieder aufgebaut war. Am Dienstag vor St. Andre 1374 bestätigte Herzog Stephan der Ältere in Landshut alle von der Stadt Wasserburg vor der Brandkatastrophe besessenen Rechte und Freiheiten wieder. Die Stadt erhielt das Besteuerungsrecht und Pfändungsrecht, die Salzniederlage zurück und auf Kosten des herzöglichen Hauses wurden die Innbrücke, das Brückentor und der Wasserrechen neu gebaut.

Am 13. Mai 1380 brannte das 1339 durch den Wasserburger Pfleger Zacharias von Hohenrain erbaute Spital "Zum hl. Geist" samt der Kirche nieder. Es war dies eine Stiftung für verarmte und kranke Bürger gewesen. Durch "Ablaßerteilung" wurde danach schnell so viel Geld aufgebracht, dass Kirche und Spital wieder aufgebaut werden konnten. Im mittelalterlichen Wasserburg - 1459 - wurde eine Brandstifterin auf dem Scheiterhaufen hingerichtet. Sie hatte ein Haus angezündet. Diesem Brand waren nach einige Häuser in der Nachbarschaft zum Opfer gefallen. Den Grund für die Brandstiftung hatte die Deliquentin auch unter Folter nicht preisgegeben. Sie hatte bis zu ihrem Ende auf dem Scheiterhaufen behauptet, sie sei von Augsburgern zu ihrer Tat angestiftet worden und habe sogar einen Gulden "Drangeld" bekommen. Die Herren Räte hielten sie für geistig verwirrt. Bekannt war den Herren allerdings, dass die "Weibsperson" sowohl in Augsburg als auch in München wegen Diebereien am Pranger gestanden hatte.

Am 18. Juni 1680 ist bei einem Blitzschlag der im Hag erbaute Pulverturm "in die Luft gesprungen". Im Turm waren 216 Zentner Schwarzpulver gelagert. Durch den gewaltigen Explosionsdruck war fast die ganze Stadt in Mitleidenschaft gezogen worden, selbst in St. Achaz und im Kapuzinerkloster gingen die Fensterscheiben zu Bruch. Das Pulver hatte "gar underschidlich vilfeltige und wunderselzame würkhungen gethan", so schrieb damals der Chronist. "Das wilde Feuer vom Himmel", Wie man die Blitze nannte, wurde bei vielen Brandbeschreibungen aus dieser Zeit als Ursache genannt. Blitze waren es auch, die die Frauenkirche zu Wasserburg zweimal, 1679 und 1730, in Brand steckten. Von beherzten Bürgern der Stadt wurde die Kirche jedes Mal vor der völligen Zerstörung bewahrt, indem gefährdete Teile des Daches und des Gebälks herausgeschlagen und entfernt worden sind. "Mit ruethen ausgestrichen" (ausgepeitscht) wurde am 10. November 1679 ein Landfahrer, der beim Schmalzgruber-Bräu ein Feuer gelegt hatte, mit der Absicht, die ganze Stadt "in Prandt zu stecken".

Die fürchterlichste Brandkatastrophe in der Stadtgeschichte brach am 1.Mai 1874 über Wasserburg herein. Im Obergeschoss des kleinen Rathauses brach ein Feuer aus, dessen Ursache noch nicht geklärt werden konnte. Es ergriff rasch den ganzen Rathausblock und durch den Funkenflug wurde auch das Tränktor erfasst. Von dort ergriffen die Flammen die Häuser der Tränkgasse, drangen zum Marienplatz vor und vernichteten auch einen Teil der Gebäude an der Salzsenderzeile. Trotz der sicher aufopfernden Tätigkeit von zusammen 46 Feuerwehrleuten aus der Umgebung von Wasserburg brannten 38 Firste, darunter 29 Wohnhäuser, ganz oder teilweise nieder. Das schöne Wasserburger Rathaus erlitt einen erheblichen Schaden und 60 Familien waren obdachlos geworden. Die Kunde vom großen Brandunglück erreichte schließlich auch den königlichen Hof zu München. König Ludwig der II. eröffnete mit einer Spende von 500 Gulden eine große Hilfsaktion in Stadt und Land, bei der rund 33.000 Gulden gesammelt wurden.

Eine positive Lehre hatten die Wasserburger aus dem Brand gezogen. Man verbreiterte die Gasse neben dem Fletzinger-Bräu, welche vorher nur ein enger und "übler" Durchschlupf gewesen war. Zwei Häuser bzw. deren Brandreste wurden entfernt. Durch diese Maßnahme sollte das Übergreifen eines Feuers durch Funkenflug erschwert werden. Zwischen den großen Bränden der Vergangenheit Wasserburgs hatten jeweils größere Zeitspannen gelegen. Dieses Mal sollte es aber nur 11 Jahre dauern, "bis der rote Hahn wieder seine flammenden Schwingen über die Stadt breitete". Während der sengenden Nachmittagshitze des 5. August 1885 stieg plötzlich aus dem Baustadl neben der Kaserne des Bezirkskommandos eine spitze Flammenzunge, die rasch zu einem "riesenhaften Ungeheuer" anwuchs. Dem Großbrand fielen 32 Häuser an der Bäckerzeile und die in früherer Zeit zur Salzlagerung benutzten Gräben (hölzerne Stadl) zum Opfer. Auch in diesem Falle wurden über 40 Familien obdachlos und verloren Hab und Gut. Die öffentliche Hilfe war - wie wohl immer zu Notzeiten - großherzig. Rund 113.000 Mark an Geld und viel Kleid und für die Bedürftigen war gesammelt worden. Lange Zeit nach dem Abbruch der Brandruinen war die Brandstätte öd und leer geblieben.

Die Stadt Wasserburg tat nun alles für die damalige Zeit mögliche, um die Wiederholung einer derartigen Brandkatastrophe zu verhindern. Sie erwarb die Brandstätten, riss die Ruinen ab und errichtete dort eine öffentliche Parkanlage. Der Turm der Frauenkirche wurde mit einem Kupferdach versehen und man verlegte den städtischen Baustadl. Man baute ein neues städtisches Magazin und daran eine Turnhalle. Die Hausbesitzer wetteiferten im Bemühen, ihre Häuser feuersicher zu machen. Sie ersetzten die herkömmlichen Schindeldächer durch solche aus Dachziegel und wo dies nicht möglich war, wurden die Dachböden mit einem Steinpflaster versehen. Noch heute kann man im alten Stadtkern von Wasserburg die weit über die Dächer ragenden Brandschutzmauern sehen.
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