Feuerwehr Wasserburg
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Alt 10.09.2007, 17:32
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FF Wasserburg am Inn
 
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Heiliger St. Florian

Lieber Homepage-Gast,


in diesem Bereich soll in der nächsten Zeit ein kleines „Info-Forum“ über unseren Schutzpatron Sankt Florian entstehen.
Über die „textliche Information“, welche die Geschichte, den Werdegang, das Wirken und den Tod von Florian betreffen, hinaus soll hier auch eine kleine Bildergalerie entstehen, die sich mit Sankt Florian in unserer Gegend, aber auch in aller Welt beschäftigt.


Der heilige Florian


Die Zeit und die Umstände


An der Wende vom dritten zum vierten Jahrhundert hatte das Christentum im Römischen Reich bereits weite Verbreitung gefunden. Händler und Legionäre brachten die neue Lehre aus der östlichen Reichshälfte selbst in weit abgelegene Provinzen des Imperiums.
Auch im süddeutsch-österreichischen hatte das Christentum Eingang gefunden. Die Aufgabe der Donauprovinzen durch die Römer im Jahre 488 sowie die nachfolgende Neustrukturierung des Landes bedeutete für die christlichen Gemeinden weitgehend das Ende. Allerdings lassen die weiter tradierte Verehrung der hl. Afra in Augsburg, die Lebensbeschreibung des hl. Severin oder der Kult des hl. Florian noch spät-antikes christliches Leben auf bayerisch-österreichischem Boden erahnen.


In Florian begegnet uns zu Beginn des vierten Jahrhunderts ein hoher römischer Beamter als Märtyrer, der die zunehmende Christianisierung aller sozialen Schichten erkennen lässt. Daran vermochte auch die letzte große Verfolgungswelle unter Kaiser Diokletian zwischen 303 und 305 nichts mehr zu ändern – im Gegenteil: 313 sah sich Kaiser Konstantin veranlasst, das Christentum als gleichberechtigte Religion im Reich anzuerkennen.


Zu Florian


Florian war Kanzleivorstand des Zivilstatthalters der nördlichen Hälfte der Provinz Noricum und somit höchster Verwaltungsbeamter. Er war bereits im Ruhestand. Möglicherweise war er auch aufgrund seines Glaubens seines Amtes enthoben worden, als er von Christenverfolgungen in Lauriacum (Lorch), einem Donaulimes, erfuhr. Um den inhaftierten Christen beizustehen, begab er sich dorthin und wurde vom Statthalter Aquilinius festgenommen und verurteilt, nachdem er sich geweigert hatte, den römischen Staatsgöttern zu opfern.


Mit einem Stein um den Hals wurde er in der Enns ertränkt. Die Legende, die sich in späteren Zeiten um die Gestalt Florians rankte, weiß weiter zu erzählen, dass der Leichnam an einem Felsen angeschwemmt und dort von einem Adler beschützt wurde, bis ihn eine fromme Frau an der Stelle begrub, die ihr in einer Vision bezeichnet worden war.


Nicht zuletzt aufgrund des legänderen Beiwerks – in späteren Zeiten avancierte Florian zum Glaubensprediger oder gar zum Bischof von Lorch – wurde die historische Authentizität des spät-antiken Märtyrers oftmals in Frage gestellt. Der historische Kern der Florians-Legende erwies sich jedoch als unumstößlich. In einer früh-mittelalterlichen Abschrift des Martyrologiums des Hieronymus, einem verschollenem Märtyrerkalender des 5. Jahrhunderts, wird Florian erstmals erwähnt. Aufgrund der exakten römischen Beamtentitulatur und der detaillierten Kenntnisse über die Provinzverwaltung kann die Florians-Legende nicht erst im Frühmittelalter entstanden sein. Kaum ein Autor des achten und neunten Jahrhunderts hätte über das nötige Wissen verfügt. Auch der Wohnort Florians, das römische Cetium (das heutige St. Pölten) war zu dieser zeit nicht mehr unter seinem römischen Namen bekannt. Der Heilige gilt deshalb als einer der wenigen Belege für die christliche Tradition in den ehemaligen Donauprovinzen des Römischen Reiches und für deren Weiterleben von der Spätantike bis ins Frühmittelalter.


Eine Bestätigung erfuhr die Florians-Legende in jüngerer Zeit durch archäologische Untersuchungen im antiken Lauriacum: Neben spät-antiken Kirchenbauten ab etwa 350 wurde in der dortigen Laurentiuskirche ein römisches Steinreliquiar geborgen, das der ersten christlichen Basilika des vierten Jahrhunderts zugewiesen werden konnte. Im Inneren fanden sich die Überreste von mindestens 31 Menschen, vornehmlich Männer, die noch in ein zeitgenössisches Grabtuch gehüllt waren. Aufgrund der Zeitstellung und der Anzahl wurden sie mit den in der Florians-Legende erwähnten 40 Gefährten in Verbindung gebracht, für die sich Florian verwenden wollte und die für ihren Glauben wie Florian als Blutzeugen eintraten. Die belegte Verehrung des Steinsarges als Heiligengrab seit dem fünften Jahrhundert stützt diese Vermutung.


Die Ereignisse wurden in Verbindung mit der letzten großen Christenverfolgung unter Diokletian zwischen 303 und 305 gesehen; durch die im Martyrologium überlieferte Angabe von Tag und Monat wird deshalb der 4. Mai 304 als wahrscheinliches Datum des Martyriums angegeben.


Quelle:
St. Florian – Feuer und Wasser
Auf den Spuren des hl. Florian in der Erzdiözese München und Freising
Michael Volpert in: Pfister 2003, S. 68-71


„Gott zur Ehr – Dem Nächsten zur Wehr!“


Der hl. Florian und die Feuerwehr


Die Freiwilligen Feuerwehren leisten in unseren Städten und Gemeinden einen unverzichtbaren Dienst für Menschen, die durch Unfall, Brand oder Naturkatastrophen in Not geraten sind. Das Motto dieses solidarischen Handelns heißt „Gott zur Ehr – dem Nächsten zur Wehr!“


Viele Fahnen und Banner tragen das Bildnis des hl. Florian, ihres Schutzpatrons; kein Feuerwehrgerätehaus, in dem nicht eine Figur des Heiligen zu finden wäre. Selbst die Gerätehäuser und die Fahrzeuge tragen einheitlich seinen Namen: „Florian ........, kommen!“


Manche nennen es ein Phänomen, dass sich das Gedächtnis und die Verehrung über so viele Jahrhunderte lebendig erhalten hat; denn wir wissen wenig historisch Gesichertes von ihm. Er war Christ und Staatsbeamter und wurde am 4. Mai 304 nahe der heutigen Stadt Enns ertränkt. Aber noch etwas wissen wir, und noch etwas wissen wir, und dafür ist er den Männern und Frauen der Feuerwehren ans Herz gewachsen.


Der hl. Florian ließ seine Glaubensgefährten nicht im Stich.
Sie waren durch die römische Staatsgewalt in Bedrängnis gekommen. Ihre Not machte er zu seiner Not. Das war für ihn die Nagelprobe seines Glaubens. Dafür ist er gestorben. Zivilcourage und Solidarität sind moderne Begriffe für diese mutige Haltung.


„Entflammt sein“ von der Not der Mitmenschen die man zu seiner eigenen macht.


Über 320 000 Feuerwehrmänner und Feuerwehrfrauen leisten in Bayern ihren Ehrenamtlichen Dienst für Mitmenschen in Not. Durch ihre Arbeit wissen sie, dass wir einander oft mehr brauchen, als uns lieb ist und wir zugeben wollen.


Viele Menschen organisieren ihr Leben sehr unabhängig und unterliegen der Versuchung, nur auf das Eigene zu schauen. Das Wohlergehen des Nächsten und das Gemeinwohl werden hinter die Auffassung gestellt, die Gemeinschaft habe für mich da zu sein. Wie wohltuend ist es doch zu erfahren, dass auch ich gebraucht werde. Ich als Person – nicht mein Auto, mein Garten oder mein Haus. Was lässt mehr aufleben als ein Wort:
„Ich brauche Dich, gut dass Du da bist!“


Florian wusste, dass er gebraucht wurde. Er verließ seinen gesicherten Ort und machte die Not seiner Gefährten zu seinem persönlichen Anliegen. Die Männer und Frauen der Feuerwehr sind „entflammt“ von der Haltung des hl. Florian. Es sind leider nicht viele, die sich bewusst mit der Person des Heiligen auseinander setzen. Und dennoch scheint seine Haltung tief im Leben eines jeden Mitgliedes der Feuerwehr verwurzelt zu sein. So wird die Antwort eines Kameraden nachvollziehbar, der auf die Frage, warum er das eigentlich leisten würde, lediglich sagt: „Weil ich es von Herzen tue!“


Florian gehört dazu – sein Name ist selbstverständliches Programm, das nicht lange diskutiert, sondern durch aktiven Dienst gelebt wird.


Aber keiner kann das für sich selber leisten. Erst die Gemeinschaft macht stark. Feuerwehrleute machen ständig die Erfahrung, dass man Not am besten aus der Gemeinschaft heraus wendet. Gemeinschaft wird bereits in der Jugendfeuerwehr gepflegt: in der Ausbildung, im Einsatz und eben auch bei kirchlichen Feiern. So wächst die Gemeinschaft, und die Männer und Frauen treten selbstverständlich und geschlossen bei ihren kirchlichen feiern auf. Ihr ganzes Handeln wurzelt im Geist der Zusammengehörigkeit und Gemeinschaft.


„Gott zur Ehr – dem Nächsten zur Wehr!“


Das heißt: Gemeinschaft mit Gott und untereinander zu pflegen und den Not leidenden solidarisch zu helfen.
Er erschließt sich immer mehr wie die Blüte einer Blume. Der Name Florian bedeutet ja auch „der Blühende“. Florian blüht mit seiner Haltung gänzlich auf und hat ein klares Profil, das die Männer und Frauen der Feuerwehr verinnerlicht haben, und das uns alle „entflammen“ soll.


Matthias Holzbauer


Auszugsweise aus:
St. Florian – Feuer und Wasser
Auf den Spuren des hl. Florian in der Erzdiözese München und Freising


Übrigens


Der hl. Florian ist auch Schutzpatron der Kaminkehrer und Schmiede, der Bierbrauer und Hafner.


Spiritueller Impuls


Florian war und ist ein Patron für jene, die die öffentliche Herausforderung ernst nehmen.
Von F. Reisinger in: Ebner 2003, S. 19


Herr, mein Gott, auf dich habe ich gehofft, und dich kann ich nicht verleugnen, sondern dir diene ich und bringe dir das Lobopfer dar. Deine Rechte beschütze mich, denn dein Name wird gepriesen im Himmel und auf der Erde.
Herr, gib mir Kraft durchzuhalten und nimm mich unter deine heiligen Streiter auf, die schon vor mir deinen heiligen Namen bekannt haben. Du bist gepriesen in Ewigkeit. AMEN


Aus dem Gebet des hl. Florian nach der legenda aurea.


Literatur
  • Ebner, Johannes, Monika Würthinger (Hg.)
    Der hl. Florian, Tradition und Botschaft
    Diözesanarchiv Linz, Linz 2003
  • Pfister, Peter (Hg.)
    Ihr Freunde Gottes all zugleich
    Don Bosco Verlag, München 2003
  • Trenner, Florian
    Der hl. Florian
    Pustet Verlag, Regensburg 1981
Die gesamten Texte wurden Auszugsweise übernommen aus:
St. Florian – Feuer und Wasser
Auf den Spuren des hl. Florian in der Erzdiözese München und Freising, Mai 2005

Geändert von Hangl Stephan (11.09.2007 um 18:49 Uhr)
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